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Welches Office passt für wen?

Berlin (dpa/tmn) – Ob Texte, Tabellen oder Präsentationen: Microsoft dominiert mit seiner Office-Suite und den Programmen Word, Excel und Powerpoint den Markt. Auf über 84 Prozent schätzte die Beratungsgesellschaft PWC 2019 in einem Gutachten für das Bundesinnenministerium den Marktanteil der Büro-Software. In Unternehmen und Behörden ist der Anteil noch größer.

Für Alternativen ist da kaum Platz. Kaum zu glauben. Denn es gibt sie – und sie sind gut und kosten oftmals gar nichts.

Microsoft stellt sein Vertriebsmodell zunehmend vom Einzelkauf auf Abonnements um. Das zieht dauerhafte Kosten nach sich, wie Patrick Hannemann vom «Chip»-Fachmagazin vorrechnet: «Es ist wie bei jedem Abo: 7 Euro pro Monat für das komplette Office-Paket klingt nach wenig, aber nach fünf Jahren sind das über 400 Euro – für Anwendungen, die ich vielleicht nur gelegentlich benötige.»

Microsoft selbst betont – wenig überraschend – die Vorteile des Abomodells, die mit den neuen Office-Paketen «Microsoft 365 Personal» oder «Microsoft 365 Family» verbunden sind. Weiterhin seien die Programme an Bord, die seit Jahrzehnten diesen Klassiker prägen: die Textverarbeitung Word, die Tabellenkalkulation Excel und die Präsentationssoftware Powerpoint.

Anbindung ans Netz

Dank der Anbindung an Web-Anwendungen gehe das neue Angebot aber darüber hinaus, führt Bruno Daellenbach aus, bei Microsoft Deutschland zuständig für diese Produkte. «In Microsoft 365 entwickeln wir die bekannten Anwendungen mit Cloud- und KI-Technologie weiter und fügen Lösungen wie Teams für Videokonferenzen oder die Aufgabenverwaltung Planner hinzu.»

Standard sei auch die Anbindung ans Netz bei der Recherche direkt aus einem Text oder bei der plattformübergreifenden Arbeit auf verschiedenen Geräten.

Die Preise beginnen im Webshop des Konzerns bei 69 Euro pro Jahr, beziehungsweise 7 Euro im Monat. Nach Ansicht von Patrick Hannemann kann man sich das Geld aber sparen: «Als Privatanwender oder Student brauche ich das nicht. Für gelegentliche Büroarbeit reichen die kostenlosen Alternativen völlig aus.»

Immer mehr spielt sich direkt im Netz ab, das hat Microsoft ebenfalls erkannt: Wer damit leben kann, die Büroprogramme im Browser zu nutzen und keine Basis auf dem Rechner mehr zu besitzen, kann «Office Online» nutzen: kostenlos und webbasiert.

In diesem Marktsegment der Cloud-Office-Dienste tummeln sich auch noch viele andere Anbieter mit kostenlosen Basis-Angeboten wie etwa Google Docs, Dropbox Paper oder etwa das auf Datenschutz fokussierte Cryptpad.

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Wem vertraut man?

Mit «Google Docs» etwa dürften gelegentliche Nutzer zufrieden sein, ist sich Hannemann sicher, zumal es gut an den Onlinespeicher «Google Drive» angebunden sei, was auch das gemeinsame Arbeiten erleichtere. Dafür vertraue man Google auch seine Schriftstücke an.

Das klassische Office-Kaufprogramm mit DVD gibt es auch noch: Das Office-Paket zum Einmalkauf kostet bei Microsoft stolze 299 Euro.

Im freien Handel geht auch das deutlich günstiger, aber vor Billigangeboten für weniger als fünf Euro auf Onlinemarktplätzen warnt Hannemann: «Wenn ich für Software nur 1 oder 2 Euro zahlen soll, die sonst 70 oder 100 Euro pro Jahr kostet, muss mich das als Nutzer stutzig machen.» Daher lautet seine Empfehlung: Finger weg.

Es gebe nämlich keinen Grund, dieses Risiko einzugehen – dank kostenloser Office-Alternativen. Besitzer eines Mac-Rechners von Apple können kostenfrei das vorinstallierte Schreibprogramm Pages oder die Tabellenkalkulation Numbers nutzen. Doch in puncto Bedienbarkeit und Kompatibilität scheiden sich hier die Geister. Da kommen kostenlose Büro-Programme mit freier Lizenz ins Spiel.

Offen und frei

Die beiden bekanntesten Vertreter heißen «Open Office» und «Libre Office». Beide bauen auf dem gleichen Software-Kern auf und weisen große Ähnlichkeit auf. Verfügbar sind beide für quasi alle Betriebssysteme. Alle Dokumente lassen sich in den Formaten der Microsoft-Programme speichern und sind somit problemlos auch unter Office lauffähig. «Es kommt nur noch selten vor, dass Layouts und Formatierungen in Microsoft-Programmen nicht komplett übernommen werden oder mal ein Bild verrutscht», sagt Patrick Hannemann.

Nach Ansicht des Experten ist der Funktionsumfang von «Libre Office» größer, der Look erinnert ihn mehr an Microsofts Office, insbesondere in der neuen Version 7. Hinzukomme eine aktive Community, die Anwenderfragen beantworte oder Fehler ausbügele.

Dagegen habe das früher populäre «Open Office» an Schlagkraft verloren: Seltenere Updates, ein etwas angestaubter Look, aber alle Programme für die Büroausstattung. Auch wenn «Libre Office» die Nase vorne habe, seien beide einen Versuch wert, da kostenlos und risikofrei, rät Hannemann.

Geheimtipp aus Deutschland

Aus Deutschland, datenschutzkonform und Geheimtipp sei «Freeoffice» von Softmaker. An Bord sei alles, was der Office-Nutzer kenne, unter Namen wie «Textmaker» oder «Planmaker». «Die kostenfreie Version ist gegenüber der Kaufversion abgespeckt, aber für gelegentliche Bürotätigkeit kann ich sie empfehlen», urteilt Patrick Hannemann.

Die Programmierer versprechen eine größtmögliche Kompatibilität mit den Microsoft-Programmen. Und «Freeoffice» ist für Windows- macOS- und Linux-Rechner verfügbar.

Insgesamt sei der Markt der kostenfreien Bürosoftware vielfältig und hochwertig wie lange nicht, so Hannemann: «Unternehmen kommen an Microsofts Office nach wie vor nicht vorbei, aber wenn ich keine hochkomplexen Tabellen entwerfe oder wissenschaftliche Texte verfasse, kann ich ohne Bedenken eine kostenfreie Version nutzen.»

PWC-Studie

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