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Tummelplätze für Kreative: Das können Etsy, Makerist und Co

Berlin (dpa/tmn) – Als Alexandra Bender vor sieben Jahren begann, selbst genähte Ledertaschen im Internet anzubieten, war der Erfolg keineswegs garantiert. Inzwischen verkauft die Berlinerin 60 bis 100 Taschen pro Monat und hat sich mit ihrem kleinen Label selbstständig gemacht.

Inspiration und Publikum findet sie auf verschiedenen Online-Portalen für Kreative. Die wichtigsten Anlaufstellen im Überblick:

1. Stöbern und Vernetzen: Pinterest, Instagram

Wer sich einen Überblick verschaffen will, ist bei Pinterest richtig. Die Plattform ist eine Mischung aus Suchmaschine und sozialem Netzwerk. Bevor man stöbern kann, muss man sich hier anmelden, dann können Nutzer per Schlagwort nach Einrichtungsideen, handgemachten Produkten oder Tipps für Handarbeit oder Reisen suchen. Die angezeigten Ergebnisse führen entweder zu anderen Pinterest-Nutzern oder auf externe Seiten wie Blogs oder Online-Shops. Was gefällt, kommt auf die eigene Pinnwand, Künstlern oder Unternehmen kann man folgen. Optisch funktioniert Pinterest über Bilder und damit ähnlich wie Instagram. Das Foto-Netzwerk ist ebenfalls Quell für Kreativideen: Unter dem Hashtag #doityourself finden sich über zwei Millionen Beiträge.

2. Kaufen: Etsy, Amazon, Palundu, Selekkt

Ohrringe, Blumentöpfe, gehäkelte Kinderlätzchen: Auf der Plattform Etsy bieten 1,9 Millionen Verkäufer ihre Waren an. Auch Versandriese Amazon ist 2016 mit Amazon Handmade ins DIY-Geschäft eingestiegen – über die Zahl der aktiven Verkäufer bewahrt der Konzern allerdings Stillschweigen. Aber auch bei kleineren Anbieter wie Palundu oder Selekkt kann man Handgemachtes shoppen.

Damit wirklich nur per Hand gefertigte oder bearbeitete Stücke im Warenkorb landen, haben die Portale unterschiedliche Prüfsysteme: Palundu checkt Bilder und Produktbeschreibungen und vergleicht sie mit ähnlichen Angeboten. Offensichtlich industriell gefertigte Produkte sind verpönt. Das Handgemachte, Kreative, Individuelle soll im Vordergrund stehen. Das ermöglicht Händlern und Käufern auch mehr Spielräume für Individualisierungen.

Weil die Plattformen nur den Rahmen für den Kauf bietet, sollten Käufer vor dem Bezahlen einen Blick in die Geschäftsbedingungen des Anbieters werfen. «Es ist ein ganz normaler Vertrag zwischen Unternehmer und Käufer», erklärt die Anwältin und E-Commerce-Spezialistin Sylvia Kaufhold. Grundsätzlich gilt also ein Widerrufsrecht. In einigen Fällen kann dieses aber gesetzlich ausgeschlossen sein: Zum Beispiel, wenn man ein Produkt ganz nach individuellen Wünschen anfertigen lässt.

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3. Inspiration und Anleitungen: Makerist.de, Etsy, Palundu, Youtube

Wer nun die hübsche Bommelmütze nicht kaufen, sondern selber stricken will, findet im Netz außerdem eine Fülle von Ideen, praktischen Tipps und das passende Werkzeug. Zum Beispiel auf Makerist.de. Das Berliner Unternehmen hat sich auf Anleitungen und Video-Kurse für Strick-, Näh- oder Häkelbegeisterte verlegt, die man für zwei bis etwa zwanzig Euro herunterladen kann. Ähnlich ist es bei Etsy, wo es neben 45 Millionen Produkten auch Anleitungen zu kaufen gibt.

Es geht aber auch kostenlos: Auf der kleinen, deutschen Plattform Palundu können sich angemeldete Mitglieder Anleitungen umsonst herunterladen. Und auch auf Youtube tummeln sich genug Bastelversierte, die ihr Wissen teilen.

4. Selber verkaufen: Spreadshirt

Mit kreativen Ideen kann man nicht nur Spaß haben, sondern auch Geld verdienen. «Ich fand es sehr intuitiv und einfach», erinnert sich Alexandra Bender an die Einrichtung ihrer Online-Shops auf verschiedenen Plattformen. Bei einigen zahlt man ein paar Cent Einstellgebühr plus einige Prozent Provision. Es gibt aber auch Portale, die das über jährliche Mitgliedsgebühren regeln.

Wer ein Faible fürs Grafische hat, ist bei Spreadshirt richtig. Das Leipziger Unternehmen bedruckt Sweatshirts, Hoodies oder Taschen nach individuellen Wünschen. Entweder greift man dabei auf Vorlagen zurück – oder man designt nach Lust und Laune selbst drauf los. Wer dafür ein Händchen hat, kann damit auch Geld verdienen, indem er seine Entwürfe anderen zur Verfügung stellt.

«Der Designer legt das Design selbst fest und verdient bei jedem Verkauf», erklärt Pressesprecherin Mary Worch. Die Designs können die Künstler entweder über den Spreadshirt-Marktplatz präsentieren, oder sie setzen über die Plattform kostenlos einen eigenen Online-Shop auf.

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