Login-Daten in populären iOS-Apps können ausgespäht werden

Hamburg (dpa) – Ein Sicherheitsforscher aus Hamburg hat nach einem Bericht von «Zeit Online» in vielen populären Apps für das Apple-Betriebssystem iOS eine Sicherheitslücke entdeckt.

In den Programmen sei es unter bestimmten Voraussetzungen möglich, die Login-Daten der Nutzer für den jeweiligen App-Service abzufangen, weil die Verschlüsselung der Daten fehlerhaft umgesetzt worden sei.

Nach Recherchen des Hamburger IT-Sicherheitsspezialisten Thomas Jansen wiesen von den 200 populärsten kostenlosen iOS-Apps 111 diese Lücke auf.

Die Übertragung sensibler Daten wie Benutzername und Passwort werde nicht oder nur unzureichend durch eine verschlüsselte Übertragung abgesichert. Jansen testete nur Apps für iPhone und iPad, nicht für andere Mobilsysteme. Experten gehen allerdings davon aus, dass auch viele Android-Apps eine entsprechende Lücke aufweisen.

Die von Jansen beschriebene Attacke ist mit einem gewissen Aufwand verbunden. Der Angreifer muss die Kommunikation zwischen der App und dem Serviceanbieter zumindest beobachten können. Eine Attacke wäre auch möglich, wenn sich die Angreifer zu einem Teil des Netzwerks machen und den Datenverkehr umleiten. Das ist beispielsweise in öffentlichen Hotspots möglich.

4.0 Scan

Für (IT-)Entscheider in den Unternehmen ist die Situation um die Industrie 4.0 alles andere als einfach: Während jedes Jahr neue Hype-Begriffe auf die Agenda gesetzt werden, mu ...

Jetzt Downloaden

Apple schreibt seinen App-Entwicklern seit Sommer 2016 vor, dass sie das sichere Protokoll HTTPS für die Übertragung der Nutzerdaten verwenden müssen. Bei der Umsetzung der Vorgabe habe der iPhone-Hersteller den Entwicklern im Dezember 2016 aber einen Aufschub für die Umsetzung gegeben, der immer noch gelte.

Linus Neumann, einer der Sprecher des Chaos Computer Clubs (CCC), hat die Analyse von Sicherheitsforscher Jansen an einer der 111 betroffenen Apps exemplarisch nachvollzogen und bestätigt. «Für die Übertragung von Zugangsdaten im Klartext – also unverschlüsselt – gibt es heutzutage keine Entschuldigung mehr», sagte Neumann «Zeit Online».

Apple wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

 

Bericht “Zeit Online”

 

Share

Das könnte Sie auch interessieren

Hardware

19. November 2017

Wenn die Kamera mitdenkt: das Huawei Mate 10 Pro im Test

Berlin (dpa/tmn) - Ein erfolgreiches Smartphone muss diesen Herbst auf ...

Business News

19. November 2017

Google wieder Standard-Suchmaschine bei Firefox in den USA

San Francisco (dpa) - Nach einer Pause von drei Jahren ist Google wiede ...

Allgemein

18. November 2017

Datenschützer: Schule muss Medienkompetenz vermitteln

Oldenburg (dpa) - Der verantwortungsvolle Umgang mit persönlichen Daten ...

Social CRM

18. November 2017

Mehrheit in Deutschland hat digitale Assistenten ausprobiert

Berlin (dpa) - Digitale Sprachassistenten sind noch jung, halten aber b ...